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Marketingprojekt „Mein Restaurant“

Angehende Hotel- und Restaurantfachleute planen ihr eigenes Restaurant im Rhein-Main-Gebiet. Werden wir bald schon dort zu Gast sein können?

Im Fach Marketing stellte die Lehrerin Anne Schütz den Schülerinnen und Schülern der Ausbildung "Restaurantfachmann /-frau"  im 2. Lehrjahr die Aufgabe, ein Marketingkonzept für ein eigenes Restaurant zu entwickeln.

Die Klasse begann mit einer Marktanalyse, in der die Lage und das Profil der Städte im Rhein-Main-Gebiet untersucht wurden. Zudem diskutierten die Teams deren touristische Nachfragestruktur sowie die Chancen und Risiken in Bezug auf den jeweiligen Standort. Danach suchte jede Gruppe nach dem USP (unique selling proposition), auf Deutsch: dem Alleinstellungsmerkmal. Ohne das ist es fast unmöglich, konkurrenzfähig zu sein. Folgende Konzepte wurden von den Teams entwickelt:

Kolumbianische Gerichte kennen lernen

Eliana Munera macht zurzeit eine Ausbildung im Hofheimer „Waldgeist“. Sie ist Kolumbianerin und möchte später vielleicht ein kolumbianisches Restaurant in der Innenstadt, nähe der Zeil, betreiben. Sie weiß, dass die Mieten dort hoch sind, glaubt aber fest daran, dass sie mit niedrigpreisiger kolumbianischer Küche eine Marktlücke nutzen kann. Die Gäste sollten sich wie zu Hause fühlen, bei gutem Service und gemütlichem, südamerikanischem Ambiente.

Was ist molekulare Küche?

Karina Syrkina träumt von einer molekularen Küche in Frankfurt-Sachsenhausen. Diese verändert zum Beispiel die Moleküle eines Schnitzels so, dass es in Form von Spaghetti serviert werden kann. Auch wird es eine Erdbeer-Tomaten-Suppe geben.  „Sie schmeckt köstlich!“, sagt Karina, die die Suppe selbst schon einmal probiert hat. Ein Restaurant mit molekularer Küche gibt es in Frankfurt und Umgebung nicht. Die Schülerin hofft, dass ihr experimentelles Konzept die Gäste langfristig begeistern kann, sodass diese zu Stammgästen werden.

Speisen im Lux-Boat

Selma Loch und Fabian Stricker möchten das „LUX Boat“ (luxurious houseboat in your city) in Frankfurt auf dem Main eröffnen. Es soll ein hochpreisiges, doppelstöckiges Boot sein, das auf dem Main fährt und alle 2 Stunden anlegt. Da es ein fahrendes Restaurant auf dem Main noch nicht gibt, ist das Boot selbst ihr USP. Beide wissen, dass sie für ihren Traum erst einmal viel investieren müssen. Ein besonderes Risiko stellt der Klimawandel dar. Verregnete Sommer und stärkere Unwetter würden den Umsatz des Restaurants schmälern.

Steaks genießen

Tom Schwuchow und Jan Heumann würden ihr Glück gerne am Frankfurter Westhafen versuchen. Beide schwärmen von einem Steakhaus in gediegenem Stil, das sein Fleisch von einem Bayrischen Fleischlieferant bezieht, der Wert auf gute Tierhaltung legt. Die Schüler entwarfen eine Whiskey- und Zigarrenkarte, die etwas „für Genießer“ ist. Gleichzeitig kalkulierten sie ihre Verkaufspreise aufgrund von aktuellen Preisangeboten unter Einbeziehung von Rabattaktionen.

Smoothie-Bar

Für Kronberg als Standort entschieden sich Rozita Shlimon und Paulina Mulert. Rozita arbeitet im Ramada Hotel in Diedenbergen. Sie kann sich vorstellen, dass eine Smoothie-Bar in der drittreichsten Kommune Deutschlands gut laufen würde. Zurzeit fehlt in Kronberg eine Mischung aus Jugendcafé und Bar.

Traditionelle Speisen mit Pepp

Jessica Hofmann wohnt selbst in Riedstadt und weiß daher, dass dort ein gut bürgerliches, aber modernes Restaurant fehlt, in dem sich sowohl Stammtischrunden eingeladen fühlen als auch Gäste, die „traditionelle deutsche Speisen mit Pepp“ mögen. Vielleicht wird sie nach ihrer Ausbildung in die Fußstapfen ihres Vaters treten und in der Innenstadt ein Restaurant eröffnen.

Anhand der aktuellen Nachfragestruktur ist zu erwarten, dass nicht nur Gäste aus Frankfurt und Umgebung zur Zielgruppe der Restaurants gehören, sondern auch Messebesucher und Städtereisende. Deshalb ist die Social-Media-Präsenz im Marketingmix der Restaurants ein wesentlicher Bestandteil. Die größte Herausforderung sehen die angehenden Gastronomen darin, die Restaurants durch professionelles Marketing bekannt zu machen und sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen.

Text und Bild: Anne Schütz

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