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Statt Fake News professionelle Informationen

In allen Medien wird berichtet und man muss echt aufpassen, was man glauben kann.

Ab heute veröffentlichen wir an dieser Stelle täglich mindestens einen Beitrag mit aktuellen Informationen und freuen uns über Anregungen, Texte, Erfahrungen und Tipps.

Heute gibt es zwei Beiträge von einer Expertin und einem Experten an unserer Schule. Lisa Lenz ist Zahnärztin und Lehrerin und informiert über das Corona Virus. Christoph Jochmann ist Mathematiklehrer und erklärt, weshalb momentan die Zahl der vom Virus betroffenen Menschen so schnell ansteigt.

1. Lisa Lenz: Über das Corona Virus

Es ist soweit! Viele Maßnahmen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzuschränken, wurden ergriffen und alle Welt ist damit beschäftigt, die negativen Folgen für unsere Gesellschaft so gering wie möglich zu halten.

Auch hier darf der deutliche Hinweis nicht fehlen:

Nehmt die Lage ernst und verzichtet auf unnötige soziale Kontakte!

#wirbleibenzuhause #alleswirdgut

Über die aktuelle Situation wird in allen Medien berichtet und man muss echt aufpassen, was man glauben kann und was eher unter Fake-News einsortiert werden sollte. Wenn ihr euch informieren wollt – und ich rate euch: Informiert euch gut! – dann nutzt die seriösen Seiten, auf denen die Wissenschaft realistische Informationen bereitstellt. Dazu gehören:

Für Hessen: www.soziales.hessen.de

Für Deutschland: www.rki.de

Weltweit: www.who.int

Facebook, Instagram, Twitter und alle weiteren sozialen Medien können in dieser Zeit sehr nützlich sein, um eure sozialen Kontakte zu Freunden, Kollegen oder Bekannten aufrecht zu erhalten, aber sie sind sicher nicht nützlich, um glaubwürdige Informationen zu erhalten!

In den letzten Wochen ist so viel passiert und wenn ich die aktuellen Nachrichten verfolge, fliegen mir immer wieder die gleichen Begriffe um die Ohren:

Symptome, chronische Erkrankungen, Covid 19, SRAS-CoV-2, Influenza, Coronavirus, Immunität, Impfung, Replikation, Mutation, Antikörper und so weiter!

Ich möchte versuchen, in den nächsten Tagen Ordnung in dieses Chaos zu bringen und leicht verständlich die Hintergründe und Zusammenhänge zu erklären. Dann wird es für euch auch einfacher werden, die aktuellen Nachrichten zu verstehen und ihr könnt euch selbst ein Bild von der Situation machen. Als erstes klären wir die drei häufigsten Begriffe: Coronaviren, SARS-CoV-2, Covid-19

Coronaviren sind eine bestimme Familie von Viren, die unterschiedliche Krankheiten auslösen können. Meistens sind es Krankheiten, die die Atemwege (Rachen, Luftröhre, Bronchien) und die Lunge betreffen.

Die einzelnen Erreger („Familienmitglieder“) haben unterschiedliche Namen:

So kann das Humane Coronavirus eine ganz normale Erkältung auslösen. Kennen wir alle: die Nase läuft, der Kopf tut weh, Halsschmerzen.

Ein weiterer Erreger dieser Familie ist das aktuell so oft erwähnte SARS-CoV-2. Dieses „Familienmitglied“ löst die Erkrankung aus, um die es im Moment geht: Covid-19. Diese Krankheit kann sich anfühlen wie eine Erkältung, sie kann aber auch zu einer Entzündung der Lunge führen, der Lungenentzündung.

Wir merken uns für heute drei neue Vokabeln:

Coronaviren Virusfamilie, die Krankheiten von Atemwegen und Lunge auslöst
SARS-CoV-2 Erreger („Familienmitglied“), der die Krankheit Covid-19 auslöst.
Covid-19 Atemwegs- und Lungenerkrankung

Im Laufe der Woche erkläre ich weiter, warum es so wichtig ist, auf soziale Kontakte zu verzichten, wie und wo das Virus überhaupt überlebt und was das alles mit der Grippe und den Impfungen zu tun hat.

Ich beantworte auch gerne so gut es geht eure Fragen! lisa.lenz@kas-kriftel.de

Bleibt zu Hause und bleibt gesund!

Bis Morgen!

Text: Lisa Lenz

Den folgenden Text hat Christoph Jochmann am vergangenen Freitag geschrieben und an unsere Homepage Redaktion geschickt. Er hat zu diesem Zeitpunkt ausgerechnet, wie hoch die Zahl der Infizierten heute sein wird, und ich sehe, dass seine Vorhersage genau so eingetroffen ist. (Katja Pohl)

2. Christoph Jochmann: Warum ist in den letzten Tagen die Zahl der vom Virus betroffenen Menschen so schnell angestiegen?

Wieso müssen wir die Anzahl der Neuinfektionen so weit wie möglich reduzieren?

Wie kommt es, dass wir mit einer extrem starken Ausbreitung des Corona-Virus rechnen müssen, das in wenigen Monaten mehr als die Hälfte der Bevölkerung treffen kann? Schaut man sich die aktuellen Zahlen vom 20. März an, kann man das eigentlich nicht glauben. Nach den offiziellen Angaben des Robert-Koch-Instituts waren an diesem Tag um 0:00 Uhr in Deutschland gerade mal 13.957 Menschen infiziert. Darunter befanden sich 2.958 Neuinfektionen.

Das klingt zunächst mal harmlos. Bei einer Bevölkerung von mehr als 80 Millionen sind 14.000 Infizierte nicht viel. Gerade mal knapp 0,02 Prozent der Menschen sind infiziert, das sind in einer Stadt mit 10.000 Einwohnern gerade mal 2 Infizierte. Was ist daran so gefährlich? Selbst wenn täglich ein paar Tausend dazu kommen, so muss es doch ewig dauern, bis ein großer Teil der Bevölkerung infiziert ist?

Der Grund liegt in der Dynamik. Das heißt, die Anzahl der Neuinfektionen nimmt täglich zu. Das liegt daran, dass jeder Infizierte, bevor er identifiziert und in Quarantäne geschickt werden kann, weitere Menschen infiziert. Und je mehr Infizierte es gibt, desto mehr Neuinfektionen gibt es. Und je mehr die Zahl der Infektionen steigt, steigt auch die Zahl der Neuinfektionen. Und dies ist in den Zahlen der letzten Tage deutlich zu erkennen. Die Anzahl der Neuerkrankungen steigt täglich.

Wenn man sich die oben genannten Zahlen anschaut, hat es vom 19.3. zum 20.3. eine Steigerung von 21,1% gegeben. An den Tagen davor war die Steigerung sogar noch größer. Gehen wir vereinfacht von einer Steigerung von 20% aus (tatsächlich dürften es mehr sein).

Bei aktuell etwa 14.000 Infizierten werden es am nächsten Tag bei einem Zuwachs von 20% etwa 14.000 * 1,2 = 16.800 Infizierte sein. Nach 2 Tagen sind es dann 16.800 * 1,2 = 20.160 Fälle. Nach 3 Tagen sind es 24.192 und nach 4 Tagen 29.030, also gut doppelt so viele Infizierte wie vier Tage zuvor.

Daraus können wir schließen, dass sich die Zahl der Infizierten nach 4 Tagen verdoppelt hat (tatsächlich dürfte die Verdopplung schon nach etwa 3 Tagen erreicht sein). Nach weiteren 4 Tagen müssten sich die Zahlen erneut verdoppelt haben, so dass dann also nach insgesamt 8 Tagen, mit mehr als 56.000 Infizierten zu rechnen ist. Wieder 4 Tage später müssten es dann mehr als 112.000 sein, wieder 4 Tage später gut 224.000 usw. Nach 16 Tagen wären also bereits knapp eine Viertel Million Menschen infiziert. Wieder vier Tage später eine halbe Million, und wieder 4 Tage später dann eine Million. Das heißt, dass wir nach 24 Tagen, das sind gut 3 Wochen, etwa eine Million Infizierte haben.

Das bedeutet aber auch, dass wir in gut 3 Wochen bei täglich 20% Neuinfektionen etwa 200.000 neue Fälle an einem einzigen Tag haben. Selbst wenn von denen nur 1% im Krankenhaus behandelt werden muss, wären das 2.000. Und das täglich, und es werden täglich mehr.

Wenn man berechnen will, wie viele Infizierte f(x) wir von heute betrachtet nach einer bestimmten Anzahl von x Tagen bei einer täglichen Steigerung von p% und einer Anzahl f(0) Infizierter am heutigen Tag 0 haben, muss man folgende Formel nehmen: 𝑓(𝑥)=𝑓(0)∙(1+𝑝100)𝑥

Das bedeutet für unseren Fall von aktuell 13.957 Fällen, einer Steigerungsrate p von täglich 20%, dass wir nach einem Monat (30 Tage) bereits mehr als 3,3 Millionen Infizierte haben. 𝑓(30)=13.957∙(1+20100)30~3.313.061

Wenn wir also einfach weiterleben und unser Verhalten nicht ändern, hätten wir in einem Monat mehr als 3 Millionen Infizierte. Bei einer nicht unrealistischen täglichen Steigerungsrate von 25 oder 30% wären es noch viel mehr. Das dürft ihr gerne mal selbst ausrechnen.

Daher sollte jeder versuchen, seine Kontakte zu anderen so weit wie möglich einzuschränken, damit sich dieses Wachstum verlangsamt.

Text: Christoph Jochmann

 

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