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„Truth in Action“ – Diskussion an der Konrad-Adenauer-Schule über Maßnahmen gegen den Klimawandel

Am 20. November war Sarah Jayne Sannen an der Konrad-Adenauer-Schule zu Gast.

Sie stammt aus Australien, wo die Folgen der Erderwärmung bereits jetzt spürbar sind. Brände haben in den letzten Wochen große Landflächen zerstört und zahlreiche Siedlungen bedroht. Sannen berichtete, dass eine ihrer Schwestern in einem Kinderkrankenhaus arbeitet, wo durch die Brände in der Umgebung der Stadt die Krankenzimmer vom Rauch erfüllt seien, so dass  Pflegepersonal und Patienten unter Atemnot leiden. Ihr Vater sei sehr besorgt um die Zukunft seiner Kinder.

Sannen lebt derzeit in Belgien und nimmt teil an der weltweiten Kampagne „Truth in Action“, die vom Friedensnobelpreisträger und ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore ins Leben gerufen wurde. Nachdem Al Gore feststellen musste, dass es dringend notwendig ist, möglichst viele Menschen zu informieren, ihnen die Fakten zu präsentieren und sie zum Handeln zu bewegen, veröffentlichte er 2006 den Film „An Inconvenient Truth“. Dieser Film brachte die Welt zum Nachdenken, doch tiefgreifende Veränderungen fanden nicht statt. Im selben Jahr gründete Al Gore die non-profit Organisation „Climate Reality Project“, die unter anderem die Aufgabe verfolgt, sogenannte „Climate Leader“ auszubilden, um weltweit auf die Dringlichkeit der Klimakrise hinzuweisen. 2017 folgte der Film „An Inconvenient Sequel: Truth to Power“, um die Diskussion und Maßnahmen gegen den Klimawandel weiter voranzutreiben.

Die Abschlussklassen der Fachoberschule hatten das Privileg, an der bislang einmaligen Sonderveranstaltung teilzunehmen. Mit ihrer Englischlehrerin Susanne Immenrodt-Brötzmann hatten sie sich auf das Thema gut vorbereitet und kannten bereits das Fachvokabular, so dass sie Sarah Sannens in englischer Sprache gehaltener Präsentation folgen konnten. An Hand vieler beeindruckender Bilder und Diagramme zeigte sie die Folgen der weltweiten Klimakatastrophe auf: Abschmelzende Gletscher, die Bedrohung von Küstenregionen durch den steigenden Meeresspiegel, ausgetrocknete Böden, Getreideähren, deren Körner durch die Hitze unbrauchbar sind, extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen, Stürme und Starkregen, wie wir sie in den letzten Jahren in Deutschland selbst erlebt haben, Fotos von Klimaflüchtlingen aus Trockengebieten Afrikas und Mittelamerikas sowie Hochrechnungen über Schäden in Milliardenhöhe, die durch den Klimawandel ausgelöst werden.

Ein aktuelles Foto vom Hochwasser in Venedig zeigte drei Touristen, die scheinbar unbeeindruckt im knietiefen Wasser auf Stühlen vor einem Café sitzen und Karten spielen. Sannen meinte, dieses Foto habe symbolische Bedeutung. Obwohl all die von ihr präsentierten Fakten aufzeigen, dass dringender Handlungsbedarf besteht, gebe es noch immer Politiker, die sich wie diese Touristen verhielten und die Klimakatastrophe einfach ignorierten.

Sie selbst ist der Auffassung, dass die Erderwärmung noch immer wirksam bekämpft werden kann. Die Menschheit habe zwei große Vorteile. Zum einen seien wir dank der wissenschaftlichen Forschung sehr gut über die Ursachen der Erderwärmung informiert und zum anderen setzt sie große Hoffnungen in den Ausbau der erneuerbaren Energiequellen Windkraft und Solarenergie.

„Würden Sie mit Greta Thunberg demonstrieren?“, fragte ein Fachoberschüler im Anschluss an den Vortrag. Sarah Sannen hat Greta noch nicht selbst getroffen, aber sie begleitete im vergangenen Jahr ihre jüngere Schwester in Australien beim Schulstreik für das Klima und zeigt uns ein Foto davon. Sannen hält die Aktivität der vielen jungen Menschen, die sich mit Greta gegen die Klimakatastrophe engagieren, für ein gutes Zeichen und weist darauf hin, dass am 29. November wieder Demonstrationen für den Klimaschutz stattfinden werden.

Text: Katja Pohl

Foto: Susanne Immenrodt-Brötzmann

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