Herzlichen Glückwunsch!
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Zahnärztin ohne Abitur – Interview mit Fabienne Chromik, einer ehemaligen Schülerin der KAS
Die Konrad-Adenauer-Schule beglückwünscht ihre ehemalige Schülerin Fabienne Chromik zu einem besonderen Erfolg. Auf dem Weg über eine Berufsausbildung ist es ihr gelungen, zu studieren und Zahnärztin zu werden. Im Interview berichtet sie Katja Pohl von ihrem Werdegang.
Wie geht das – Zahnärztin werden ohne Abitur?
Ich habe 2016 nach meinem Realschulabschluss mit der Ausbildung als zahnmedizinische Fachangestellte gestartet. Mein Ausbildungsbetrieb war die Praxis von Dr. Ullner in Hochheim. Die Berufsschule habe ich an der Konrad-Adenauer-Schule in Kriftel besucht. Die Ausbildung war im Juni 2019 zu Ende. Ich habe dann erstmal in der Praxis weitergearbeitet. Nach einem Jahr kam ich durch die Ärzte dort auf die Idee, es einfach mal zu probieren und mich für das Studium der Zahnmedizin an der Universität in Mainz zu bewerben. Mit Berufserfahrung und einem sehr guten Ausbildungsabschluss ist es möglich, in das Studium zu kommen. Rheinland-Pfalz war zu diesem Zeitpunkt beim Zugang zum Studium über eine berufliche Qualifikation weit vorne. Es gibt allerdings nur eine kleine Quote für Studierende ohne Abitur. Tatsächlich wurde ich im Sommersemester 2021 an der Uni aufgenommen. Ich habe das Studium in der Regelstudienzeit abgeschlossen und bin jetzt Zahnärztin.
War es schwierig für Sie, ohne Abitur zu studieren?
Ich bin in meiner Familie die erste, die im medizinischen Bereich tätig ist. Auf die Idee kam ich durch mein Schulpraktikum in einer Zahnarztpraxis. Ich dachte, da sehe ich mich, dann habe ich eine abgeschlossene Berufsausbildung. Während der Arbeit kam das Interesse, selbst Zahnärztin zu sein. Ich habe viel Unterstützung durch meinen Lehrer, Herrn Dr. Bremer, bekommen, der unsere Klasse an der Konrad-Adenauer-Schule unterrichtet hat. Er hat mich ermutigt, es mit dem Studium zu versuchen, und mich auch auf dem weiteren Weg immer wieder unterstützt. Mein Vater hat mir dann dabei geholfen, mich über Hochschulstart für das Studium zu bewerben. Gleichzeitig hatte ich mich für einen Medizinertest beworben, den ich dann aber gar nicht brauchte. Ohne Abitur ist es mir schwergefallen, den vorklinischen Teil des Studiums mit naturwissenschaftlichen Fächern zu schaffen. Da steckt viel Fleiß dahinter. Im klinischen Teil ist es mir aufgrund meiner Vorerfahrung aus der Ausbildung leichter gefallen, denn ich weiß, wie die Praxis abläuft. Das Examen bestand aus 16 mündlichen und drei praktischen Prüfungen, zwei davon mit Patienten. Das Examen zieht sich über fünf Monate. Es war sehr zeitintensiv. Ich musste viel lernen.
Welche Pläne haben Sie jetzt – wollen Sie eine eigene Praxis gründen?
Am 1. Oktober fange ich als angestellte Zahnärztin in einer Praxis an, übrigens dieselbe Praxis, in der ich meine Ausbildung gemacht habe. Ich brauche zwei Jahre Vorbereitungsassistenz als Zahnärztin. Danach besteht die Möglichkeit, wie beim Facharzt in eine bestimmte Fachrichtung zu gehen. Ich interessiere mich für die Oralchirurgie. Mal schauen, was die Zeit bringt. Ich habe außerdem mit der Arbeit an meiner Promotion begonnen.
Was raten Sie jungen Menschen, die sich beruflich orientieren?
Zunächst mal sollten sie versuchen, einen guten Schul- oder Ausbildungsabschluss zu machen und dann einfach schauen, worauf man Lust hat, wofür man brennt. Eine Hochschulzugangsberechtigung ist etwas Tolles, damit kann man alles studieren und sich viele Türen offenhalten. Ich rate auch, nicht zu sagen: „Was wäre wenn?“, sondern: „Falls etwas nicht klappt, habe ich es zumindest probiert.“ So kann man fast alles schaffen.
Foto: privat von Fabienne Chromik
Text: Katja Pohl
Bild: mit Chat GPT bearbeitet Originalbild: Fabienne Chromik
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